Presse
12.08.2010, 12:00 Uhr | Offenbach Post / Anna Scholze
Mit dem Saxofon auf große Reise
Stipendiat Fabian Liebig wird ein Jahr in den USA pauken

Eines weiß Fabian Liebig ganz genau: Wenn er am Freitag für ein Jahr in die USA geht, muss das Saxofon dabei sein. "Ich will das Instrument unbedingt als Handgepäck mitnehmen, auch wenn es dafür zu groß ist", sagt der 16-jährige Ernst-Reuter-Schüler mit entschlossener Stimme. Und sollte ihm das nicht gelingen, so wird er sein Saxofon zuhause lassen und sich eines in den Vereinigten Staaten ausleihen müssen.

Fabian Liebig bereitet sich seit Februar auf seine große Reise vor. Er ist einer von bundesweit etwa 360 Kandidaten, die im Rahmen des "Parlamentarischen Patenschafts-Programms" von Bundestag und amerikanischem Kongress ein USA-Stipendium erhalten haben und dort ein Jahr lang zur Schule gehen werden. Den Zuschlag hat Liebig dem Bundestagsangeordneten Peter Wichtel aus Offenbach zu verdanken. Er hat den Stipendiaten aus drei anderen Bewerbern ausgewählt. Wichtel und Landrat Oliver Quilling übernehmen auch die Patenschaft für den Dietzenbacher Schüler.

Seine Fähigkeit, ein Instrument zu spielen, machte Liebig zu einem geeigneten Kandidaten für das USA-Stipendium, das der Bundestag finanziert. So sagte Peter Wichtel gestern bei der offiziellen Verabschiedung Liebigs im Kreishaus: "Das i-Tüpfelchen bei Fabian Liebig war, dass er Saxofon spielt." Liebig ist sehr gespannt auf die Kultur der USA und die vielen Leute, die er dort kennen lernen wird: "Ich habe gemischte Gefühle, denn einerseits habe ich Angst, was mich dort erwartet, gerade in den ersten Wochen, und andererseits freue ich mich sehr", so der Schüler. Auf die Idee, sich für das Stipendium zu bewerben, hat ihn ein Freund seines Bruders gebracht, der sich selbst in der Vergangenheit schon beworben hatte.

Um am Freitag in seine vorübergehende Heimatstadt Charlotte in North Carolina starten zu können, hat der Jugendliche zur Einstimmung zwei Vorberitungsseminare besucht. Auch mit seiner Gastfamilie hat der Schüler schon über E-Mail Kontakt gehabt. "Sie ist sehr groß, so dass sich mir die Möglichkeit bietet, viel herumzukommen und zu sehen", hofft Liebig. Was auf ihn zukommt, wird er bald wissen: Direkt nach seiner Ankunft wird er mit seiner Familie auf Zeit nach Chicago fahren, um die vielen Verwandten zu treffen.


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