Von Nicole Jost
Mit einem Stipendium gehen jetzt 360 Schüler bundesweit für ein Jahr in die USA. Auch die Kreise Offenbach und Groß-Gerau sind vertreten.
Gestern um 10.15 Uhr startete der Flieger von Florian Liebig in Richtung New York. Der 16-jährige Schüler der Ernst-Reuter-Schule in Dietzenbach ist einer von bundesweit 360 Schülern der ein Stipendium des Deutschen Bundestages für einen Auslandsaufenthalt in Amerika bekommen hat.
Charlotte, North Carolina
Ein Jahr lang wird der Gymnasiast in einer Gastfamilie in einem Vorort von Charlotte, im Bundesstaat North Carolina leben und dort auch die Highschool besuchen. Bundestagsabgeordneter Peter Wichtel (CDU) hat die Patenschaft für Florian übernommen. Er hatte aus drei Bewerbern die Auswahl: "Florian hat das Rennen gemacht, weil er sich, neben guten schulischen Noten, auch musikalisch engagiert und sehr gut Saxofon spielt", verrät Wichtel.
"Ich wollte unbedingt ein Jahr ins Ausland. Ich hatte mich auch bei dem normalen Programm für die USA, Australien und Neuseeland beworben. Dass es mit dem Stipendium geklappt hat, ist natürlich toll", freut sich der Schüler. "Ein bisschen Schiss habe ich schon, vor allem vor der ersten Woche, bis man alle Leute kennt, aber letztlich überwiegt die Vorfreude", erklärte Florian.
Mit seiner Gastfamilie steht der Austauschschüler schon in regem Kontakt. "Sie erscheinen sehr nett zu sein, und gleich einen Tag, nachdem ich dort gelandet bin, werden wir weiter zu einem Familientreffen nach Chicago fliegen, an den Lake Michigan", gibt es schon große Pläne für die ersten Tage im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Das Saxofon geht natürlich mit auf Reisen. Die Erwartungen an den Auslandsaufenthalt sind groß: "Ich will Land und Leute kennenlernen, natürlich die Sprache lernen, viel Erfahrungen sammeln und auch erwachsener werden", sagte der 16-jährige. Auch für den amerikanischen Sport interessiert er sich und freut sich auf Football- und Baseballspiele in amerikanischen Stadien. Florian fühlt sich gut präpariert, in Weimar wurden die Stipendiaten auf alle Möglichkeiten vorbereitet: "Wir haben einen Kurs in deutscher Geschichte bekommen, amerikanische Geschichte und auch, wie wir uns verhalten sollen, falls wir doch einen Kulturschock bekommen."
Kontakt via Internet
Kontakt zu seiner Familie wird der Dietzenbacher per E-Mail und Skype halten. Auch Peter Wichtel hat mit dem Jugendlichen die Daten ausgetauscht.
Zum Abschluss des Austauschjahres wird Florian noch eine Woche in Washington verbringen, das gehört auch zum Programm des Bundestages, damit die Jugendlichen das politische System der USA kennenlernen. Dort trifft er vielleicht Lea Renz. Die Schülerin aus Nauheim hat den Groß-Gerauer Bundestagsabgeordneten Franz Josef Jung (CDU) als Paten.
Das Parlamentarische Patenschafts-Programm des Deutschen Bundestages gibt es bereits seit 1983 aus Anlass des 300. Jahrestages der ersten deutschen Einwanderung. Gemeinsam wurde vom Kongress der Vereinigten Staaten und dem Deutschen Bundestag ein Austausch unter jungen Leuten beschlossen. Finanziert werden über das Programm Flug, Schulgeld und Aufenthalt in den USA.
Inforamtionen zu dem Programm gibt es unter http://www.bundestag.de. Der Anmeldeschluss für das Schuljahr 2011/12 ist am 3. September.



